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Was war zuerst, das Ei oder das Huhn, Denken oder Fühlen?

Zumindest den zweiten Teil dieser Frage kann ich mit: "fühlende Wesen zuerst", beantworten. Oder haben sie je einen Säugling gesehen, der bei seiner Ankunft in unserer Welt schon in den ersten 10 Minuten nach einer Wegbeschreibung zu seinem neuen zu Hause gefragt, und ausdrücklich Bio Milch verlangt hätte? 

Ironie bei Seite und zurück zu Khalil Gibran. Dieser Satz von Khalil Gibran begleitet mich schon eine Weile. Immer wieder frage ich mich: ist es wirklich so schwer zu Vertrauen?. Sind wir so weit voneinander entfernt, dass wir uns einfach abwenden und weitergehen, auch wenn der andere Tränen in den Augen hat? Müssen wir wirklich erst sterben, um den Menschen um uns herum klar zu machen, "ich war einmal da?". Ist Denken und Logik wirklich alles, was wir brauchen, um "glücklich" zu sein?  Ist es wirklich sinnvoll, dass wir uns fast kaputt bilden und die Schulen unseren Kindern die Freude am lernen abgewöhnt? Kann man es "logisch" nennen, dass wir morgens aufstehen, zur Arbeit gehen, Abends nach Hause kommen, tot Müde sind, uns vor den Fernseher Fletzen und das Gehirn auf Durchzug stellen, weil - der Tag stressig war?  

 

Natürlich ist das alles erklärbar und denkende Menschen verstehen, "warum" wir tun was wir tun. Wir wissen auch, dass es immer eine Preis hat, der früher oder später bezahlt werden muss. Körperliche Beschwerden, psychosomatische Schmerzen, Nervenzusammenbrüche, Depressionen, Burnouts, sind nur die Resultate einer scheinbar gefühllosen Gesellschaftsform. Eines gefühllosen Miteinanders, nebeneinander. Oberflächlich, ignorant und überlastet auf allen Ebenen.

So ergeht es sehr vielen Menschen heute, und es beginnt bereits mit dem Vorschulalter Lernwahn!. Was bitte ist daran  logisch, dass Kinder immer früher, schon in den ersten 2 Klassen, wissen müssen, was ihre Eltern damals in der 4ten Klasse erst anfingen zu lernen? Wie kann man erklären, dass Eltern ihre Kinder "auf den harten Alltag da draussen" vorbereiten und abhärten müssen??!! Feindbilder über Feindbilder, und da soll man noch "Vertrauen" fassen? 

Wir werden als kleine Bündel in diese Welt geboren. Wir schreien, um auf unsere elementarsten Bedürfnisse aufmerksam zu machen, warum schreien wir nicht mehr, wenn wir älter werden? Vielleicht, weil uns unsere "Logik" beigebracht hat, dass es doch nichts bringt. Vielleicht, weil wir zu oft "stillgeschaltet" wurden und die Hoffnung aufgegeben haben. Oder weil wir einfach nicht mehr daran glauben, dass es eine schöne, eine liebevolle und eine gute Welt geben kann. Wo wir sprechen sollten, haben wir gelernt zu Schweigen. 

Wir "funktionieren", aber wie lange noch? Vielleicht gibt auch hier ein altes Sprichwort den Hinweis: "Ein Krug geht zum Brunnen bis er bricht". 

Das Wasser wird weiterhin im Brunnen sein, ob wir davon Schöpfen oder nicht. Unsere Herzen werden weiterhin fühlen, weinen und hoffen, dass all das logische, gefühllose Denken irgendwann einmal aufhört. Dass wir uns wieder wie Menschen fühlen und verstehen, dass es keine Harmonie auf Erden geben wird, bevor wir nicht Kopf und Herz als eine Einheit, eine Partnerschaft in uns selbst, verstehen. 

Ich mag Oasen, besonders die im Herzen, und ich wünsche mir, dass es wieder viel mehr Oasen gibt, an denen wir uns auftanken oder ausruhen können. 

 Monika Fischer